Ratgeber · Buy-and-Build

Buy-and-Build: So wächst ein KMU durch Zukäufe

Kurz gesagtBuy-and-Build heisst: Ein gut geführter Betrieb wird zur Plattform und übernimmt Schritt für Schritt kleinere Wettbewerber oder Spezialisten aus seinem Markt. So entsteht eine Gruppe mit mehr Standorten, mehr Leistungen und mehr Gewicht am Markt. Die zugekauften Betriebe behalten in der Regel ihren Namen, ihre Kunden und ihr Team.

So funktioniert Buy-and-Build

  1. Die Plattform. Am Anfang steht ein profitabler Betrieb mit gutem Ruf und einer Führung, die wachsen will. Er bildet den Kern der Gruppe.
  2. Die Zukäufe. Dazu kommen kleinere Firmen aus derselben Branche, oft aus der Region oder mit einer Spezialität, die noch fehlt. Viele davon stehen vor einer Nachfolge.
  3. Die Zusammenarbeit. Gemeinsam organisiert wird vor allem, was der Kunde nicht sieht: Einkauf, Buchhaltung, IT, Rekrutierung und Weiterbildung. Vor Ort bleiben die Betriebe eigenständig.
  4. Das Wachstum. Mit mehr Standorten und Leistungen gewinnt die Gruppe grössere Kunden und Aufträge, und die Mitarbeitenden haben mehr Möglichkeiten, sich zu entwickeln.

Warum das in vielen Branchen funktioniert

Buy-and-Build passt zu Märkten mit vielen kleinen, regional verankerten Anbietern und wiederkehrender Nachfrage, etwa Gebäudetechnik, Handwerk, Gesundheitsdienstleistungen sowie Industrie- und Infrastrukturservices. Dort kommen drei Entwicklungen zusammen:

  • Viele Inhaber suchen eine Nachfolge. In der Schweiz sind es laut Dun & Bradstreet über 90’000 KMU.
  • Kunden wollen mehr aus einer Hand und verlässliche Partner mit genug Kapazität.
  • Fachkräfte sind knapp. Eine grössere Gruppe bietet Ausbildung, Aufstieg und Sicherheit und findet so leichter Personal.

Was Unternehmer davon haben

Ihre SituationWas Buy-and-Build Ihnen bringt
Ihr Betrieb wird zur PlattformKapital und Erfahrung für Zukäufe, eine grössere Rolle für Sie und Ihr Team. Über Ihren Anteil sind Sie am Wert der ganzen Gruppe beteiligt.
Ihr Betrieb kommt als Zukauf dazuEine geregelte Nachfolge, Name und Team bleiben, und Sie können sich an der Gruppe beteiligen.
Für Ihre MitarbeitendenSicherere Arbeitsplätze, Weiterbildung und neue Aufgaben in einer wachsenden Gruppe.

Worauf es ankommt

  • Die richtige Plattform. Eine starke Führung ist wichtiger als die Grösse.
  • Disziplin beim Kaufpreis. Jeder Zukauf muss für sich Sinn ergeben, nicht nur für die Grösse der Gruppe.
  • Integration mit Augenmass. Nicht alles vereinheitlichen. Was beim Kunden funktioniert, bleibt.
  • Die Menschen. Die Unternehmer der zugekauften Betriebe bleiben eingebunden und übernehmen Verantwortung in der Gruppe.
  • Eine solide Finanzierung. Genug Eigenkapital, damit die Gruppe auch ein schwächeres Jahr gut übersteht.

Wie solche Gruppen in der Praxis entstanden sind, zeigen die Beispiele unter Erfahrung. An ihnen hat Kevin Elsässer in seiner Zeit bei Ufenau Capital Partners auf Investorenseite mitgearbeitet.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Plattform und Zukauf?

Die Plattform ist das erste und meist grösste Unternehmen der Gruppe. Zukäufe, englisch Add-ons, sind die Firmen, die danach dazukommen. Oft übernimmt die Führung der Plattform Aufgaben für die ganze Gruppe.

Behalten zugekaufte Betriebe ihren Namen?

In der Regel ja. Kunden vertrauen dem bekannten Namen vor Ort. Gemeinsam organisiert wird vor allem, was der Kunde nicht sieht, etwa Einkauf, Buchhaltung oder IT.

Für welche Branchen eignet sich Buy-and-Build?

Für Märkte mit vielen kleinen, regionalen Anbietern und wiederkehrender Nachfrage, zum Beispiel Gebäudetechnik, Handwerk, Gesundheitsdienstleistungen sowie Industrie- und Infrastrukturservices.

Wie viele Zukäufe pro Jahr sind sinnvoll?

Wichtiger als das Tempo ist, dass jeder Betrieb gut ankommt. Für eine junge Gruppe sind ein bis drei Zukäufe pro Jahr ein gesundes Tempo, später auch mehr, wenn Führung und Strukturen mitwachsen.

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